Was der Tod ändert

Neben all dem Kummer und der Trauer, verarbeitet man den Tod eines geliebten Menschen auch auf rationaler Ebene.

Eines der ersten Dinge die ich getan habe nachdem meine Schwester verstorben ist, war es mich mit meinem Partner hinzusetzen. Wir haben eine Patientenverfügung ausgefüllt, sowie eine Auskunfts- und Unterschriftenvollmacht. Es war schon etwas befremdlich, sich zu überlegen wie lange und ob man in welchem Falle künstlich beatmet oder ernährt werden will usw.

Niemand setzt sich gerne mit der eigenen Sterblichkeit auseinander. Aber Fakt ist: Das Leben endet tödlich. Immer.

Ich bin froh, dass wir uns die Zeit genommen und darüber gesprochen haben. Es beruhigt mich sehr, dass meine Angehörigen wissen, wie sie in meinem Sinne welche Entscheidungen treffen können. Ich habe niedergeschrieben, wie ich meine Beerdigung haben will – wo ich beerdigt werden möchte, ob ich verbrannt werden will, welche Blumen und welche Musik es geben soll. Das zu entscheiden, kann ich meinen Angehörigen abnehmen.

Außerdem habe ich eine Liste mit allen wichtigen Informationen und Kontakten angelegt. Ich habe notiert, wo ich welche Versicherung habe, zu welchem Arzt ich gehe, wer zu informieren ist, usw.

Das hat etwas Zeit in Anspruch genommen. Aber nun haben meine Lieben im Fall des Falles weniger Papierkram und mehr Zeit für die wichtigen Dinge.

 

Zu erfahren, wie schnell ein Leben enden kann, zerstört das Urvertrauen in die Gesundheit des eigenen Körpers. Jedes Zipperlein wird kritisch beäugt. Das kann irritieren, erzeugt aber Aufmerksamkeit dem Körper gegenüber. Ich ernähre mich seit dem Tod meiner Schwester zum Beispiel gesünder, treibe mehr Sport, trinke weniger Alkohol, rauche nicht mehr, usw.

…ach ja – und ich habe meinen Partner gebeten, einen Fahrradhelm bei seinen Radtouren zu tragen. Das war für ihn bisher nicht selbstverständlich. Aber mich beruhigt es, also trägt er ihn freundlicherweise. :)

Svea Vollbrecht

Meinen Weg zur Naturheilkunde betrat ich als Jugendliche, als ich selbst zum ersten Mal bei einer Heilpraktikerin war, mich mit Astrologie befasste und Seminare über transpersonale Psychologie besuchte. Doch erst Jahre später entschied ich, Heilpraktikerin zu werden - als der Wunsch, etwas "Sinnvolles" mit meinem Leben anzufangen, immer stärker wurde. > mehr über mich

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Über Svea Vollbrecht

Meinen Weg zur Naturheilkunde betrat ich als Jugendliche, als ich selbst zum ersten Mal bei einer Heilpraktikerin war, mich mit Astrologie befasste und Seminare über transpersonale Psychologie besuchte. Doch erst Jahre später entschied ich, Heilpraktikerin zu werden - als der Wunsch, etwas "Sinnvolles" mit meinem Leben anzufangen, immer stärker wurde. > mehr über mich